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Gedankenflut

Manche Menschen behaupten, Empathie sei eine Gabe. Manche Menschen erwaegen aber auch in ein Ausland zu gehen, das sie nur von Postkarten kennen und wieder andere handeln, anstatt zu denken.

Langsam kratze ich den Rest des Cappucinovanilleflavourschaums aus der Tasse. Ich habe genug. Von allem. Wo ist das Ende und wo fing es ueberhaupt an aufzuhoeren? Langsam wird alles wirr und ich schreibe des Klangs und nicht mehr der Geschichte wegen. Die Tasse ist leer. Wie ich. Irgendwann hatte ich alles, aber niemals genug. Fragen, die ich seit Ewigkeiten in mir trage, sind immernoch unbeantwortet, aber ich will nicht mehr warten. Wie auf den dritten ausgefallen Bus in Folge. Stattdessen will ich gehen. Ein Schritt, noch einer. Im Kopf klar, aber die Gedanken zu laut. Vielleicht bohr ich ein Loch und fuelle sie in ueberteuerte 0,33l Dosen mit meinem Gesicht auf der Vorderseite. ‚NAJAnade‘ oder so.
Gelegentlich fuehle ich mich wie ohne Besitzer verloren. Sehr. In einem marschierenden Haufen voller Bleichgesichter in Bluemchenmustern aus dem Takt geraten, sodass jeder fremde Blick in meine Richtung faellt. Laufe ich falsch, oder sie zu richtig? Bin ich zu voll, oder mir alles zu leer? Aussen ist da wenig Sinn, aber drinnen. Alles ist drinnen, in mir drin. Kein Schaum mehr. Schon lange nicht mehr. Leer. Dabei mag ich Cappucino nicht einmal. Nur den Schaum.

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